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Alle Augen richten sich zurzeit nach Brasilien. Nicht wegen der Philatelie, sondern wegen der Fussball-WM. Dabei ist Brasilien auch in der klassischen Philatelie ein Land der Spitzenklasse. Als zweites Land(1) nach Grossbritannien 1840 brachte Brasilien am 1. August 1843 Briefmarken heraus. Lesen sie hier mehr über Ochsen-, Ziegen- und Katzenaugen, wie die ersten Briefmarken von Brasilien genannt werden.

Seit Kaiser Pedro I. 1822 die Unabhängigkeit von Portugal ausgerufen hatte, war die Führungselite des Landes an der wirtschaftlichen Prosperität des Landes interessiert. 1831 musste Pedro I. abdanken und sein Sohn Pedro II. wurde im Alter von erst 5 Jahren auf den Thron gesetzt. 1840 wurde er mit 14 Jahren für volljährig erklärt. 1841 wurde er zum Kaiser gekrönt und konnte damit uneingeschränkt regieren. Er galt als einer der fähigsten Monarchen seiner Zeit. Während seiner Regierung, die fast ein halbes Jahrhundert dauerte, wuchsen Bevölkerung und Wirtschaft in zuvor ungeahntem Ausmass. Er liess ein Netz von Eisenbahnen, Telegraphen- und Telefonleitungen bauen. Er bescherte dem Land die ersten gepflasterten Strassen, Briefmarken und das Telefon.

Das riesige Land war postalisch vor allem an der Küste entlang gut erschlossen. In über 300 Postämtern wurden die Briefe gestempelt. Am 29. November 1842 legten Kaiser Pedro II. und sein Innenminister per Verordnung einheitliche Tarife für das ganze Land fest und verfügten die Herausgabe von Briefmarken. Mit deren Herstellung wurde die Casa de Moeda, die staatliche Münzanstalt beauftragt. Für die Herstellung der Platten wurde ein Gerät verwendet, das für die Fälschung von Wertpapieren 1842 vom Zoll beschlagnahmt und von der Münzanstalt eingezogen wurde. Daher rührt wohl auch die eigenwillige grafische Gestaltung dieser grossformatigen, im aufwändigen Stichtiefdruck hergestellten Marken.

Die Ochsenaugen wurden von verschiedenen Platten gedruckt. Es gab Bögen zu 54 Marken mit allen drei Wertstufen. Diese sogenannten kombinierten Platten enthielten je 18 Marken zu 30, 60 und 90 Réis in 3 Reihen à 6 Marken. Es gab zwei Versionen dieser Platten.  Weiter gab es eine Platte mit 54 Marken nur des 30-Réis-Wertes in der gleichen Anordnung mi 3x6x3 Marken und die sogenannten grossen Platten mit 6x10 Marken für die Wertstufen 30 und 60 Réis. Alle 90-Réis-Marken stammen von den kombinierten Platten. Nach einem knappen Jahr war Schluss mit den Ochsenaugen. Da die Marken, die nicht immer klar entwertet waren, von den Briefen abgelöst und auf neuen Briefen zum zweien Mal verwendet wurden, musste eine andere Lösung gefunden werden.

Dünneres Papier, ein besserer Klebstoff und eine neue Zeichnung der nachfolgenden Serie sollen den Missbrauch der mehrmaligen Verwendung verhindern. Nur 11 Monate nach dem Erscheinen der Ochsenaugen kamen die ersten Ziegenaugen heraus. Diese hatten zudem den Vorteil, dass wegen ihres kleineren Formates dreimal mehr Marken auf einem Druckbogen passten. Auf Grund der Ziffernzeichnung mit schräger Wertziffer werden diese Marken, die 1844 bis 1846 herausgegeben wurden, auch Inclinados genannt.

Doch auch die zweite Serie Brasiliens wurde schnell ersetzt. Schon im September 1849 kamen die ersten Katzenaugen oder auch wegen der geraden Wertziffern Verticais genannt heraus. Wieder waren alle Werte in schwarzer Farbe gedruckt. Diese Marken wurden ab einer Unzahl verschiedener Kupfer- und später Stahlplatten gedruckt. Bei der 10-Réis-Wertstufe etwa wurden sechs verschiedene Platten verwendet. Es gibt zwei Papiersorten. Anfangs wurde ein grau getöntes, transparentes Papier, später ein stärkeres, gelbliches Papier verwendet.

Ab dem 27. Februar 1854 erschienen die Katzenaugen zum ersten Mal in Farbe. Die sogenannten Coloridos hatten länger Bestand und wurden erst 1866 durch die Ausgabe mit dem Bildnis von Kaiser Pedro II. (mit Bart) abgelöst. Diese Marken hatten auch zum ersten Mal eine Landesbezeichnung, da alle vorherigen Ausgaben ausschliesslich im Inland verwendet werden konnten und daher auf einen Ländername verzichtet werden konnte.

(1) Die zweite Position ist umstritten, da Zürich am 1. März 1843 als erster Schweizer Kanton Briefmarken herausgab. Diese Lokal- und Kantonalmarken werden vielfach nicht zu den Ländermarken gezählt.


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