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Durch das Bedrucken mit Worten, Text, Einzelbuchstaben oder Zeichen werden Briefmarken für einen anderen als den ursprünglichen Zweck verwendbar gemacht. Freimarken werden als Portomarken, in den Kolonien, als Gedenk- oder Wohlfahrtsmarken oder bei politischen Ereignissen verwendet. Die Farbe des Aufdrucks richtet sich nach der Grundfarbe der Urmarke, ist jedoch vorwiegend schwarz oder rot.
In der allgemeinen Sammlersprache wird auch die Änderung der Frankatur als Aufdruck bezeichnet, der richtige philatelistische Ausdruck dafür ist aber Überdruck. Es gibt auch Aufdruck und Überdruck auf derselben Briefmarke zusammen.


Annam und Tonkin

4c, 1888. Aufdruck und Überdruck in einem Druckvorgang.
A & T/1. Die linke Marke mit Auf- und Überdruck seitwärts, die reche Marke mit der normalen Ausrichtung. Verkauft in einer Publikumsauktion bei Spink für $325.
Die französische Kolonialherrschaft in Annam begann mit der gewaltsamen Besetzung der Forts der zentralvietnamesischen Hafenstadt Tourane am 31. August 1858. Erklärtes Ziel der Expedition war es, den französischen Missionaren Schutz zu gewähren und die Errichtung eines Stützpunktes in Indochina, um die französischen Handelsinteressen in China besser durchsetzen zu können.
Tonkin lag nördlich von Annam und war eine ehemalige Provinz Chinas, die nach dem chinesisch-französischen Krieg 1883 ein französisches Protektorat wurde.
Diese beiden Kolonien gaben am 21. Januar 1888 eine gemeinsame Ausgabe von Briefmarken, basierend auf der Generalausgabe für die französischen Kolonien vom Typ Dubois, heraus. Lesen sie » hier mehr.
Im Jahr 1892 wurden die beiden Gebiete zusammen mit Cochinchina in der französischen Kolonie Indochina vereinigt.


British Post Office in Siam, Bangkok

Straits Settlements, 4c rose, Wasserzeichen Krone über CA, Aufdruck B, verkauft für £850 bei Spink Singapore Ltd.
Das britische Konsulat in Bangkok öffnete seine Türen am 11. Juni 1856. Da es keine Post in Siam gab, baten Kaufleute, Missionare und andere ausländische Einwohner von Bangkok um Erlaubnis, ihre Briefe in der Diplomatenpost, die alle 14 Tage nach Singapur hin und her ging, aufzugeben. Die Nachfrage nach dieser Dienstleistung wuchs bis zu dem Punkt, als eine Stelle eines Postmeisters geschaffen werden musste. Die siamesische Regierung gab 1882 die Erlaubnis, beim britischen Konsulat eine Filiale des Singapurer Postbüros zu eröffnen. Die erste Sendung mit speziell für den Einsatz in Bangkok mit einem B bedruckten Straits Settlements Marken wurde im Mai 1882 aufgegeben. Die Zweigstelle der britischen Post im britischen Konsulat in Bangkok wurde am 30. Juni 1885 geschlossen. Siam trat der UPU am 1. Juli 1885 bei und übernahm die Behandlung aller in- und ausländischen Post.


Deutsche Post in China

50 Pfennig, mit CHINA Handstempel-Aufdruck von links oben nach rechts unten, mit Rundstempel Tientsin, auf kleinem Briefstück. Verkauft bei Chiani-Auktionen für CHF 40.100.
Die Deutsche Reichspost war in China vom 16. August 1886 bis zum 16. März 1917 mit Postagenturen vertreten. Deutsche Postanstalten gab es in Shanghai, Tientsin, Tschifu, Amoy, Kanton, Futschau, Naking, Peking, Swatau, Tsinanfu, Tschinkiang. Für kurze Zeit gab es auch in Tongku (1900-1906), Weihsien (1902-1914), Itschang (1900-1908), Tschingtschoufu (1903-1905) und Tschontsun (1903-1905) deutsche Auslandpostämter.
Die Reichspostausgaben mit einen diagonalem 45 Grad Aufdruck und einem diagonalem 56 Grad Aufdruck China jeweils von links unten nach rechts oben mit Werten von 3 Pfennig bis 50 Pfennig erschienen ab 1898.
Zahlreiche innenpolitische Vorkommnisse wie der Boxer-Aufstand brachten zum Beispiel in Futschau oder in Tientsin verschiedene provisorische Handstempel-Aufdrucke.
Ab Januar 1901 wurden die Reichspostausgaben mit waagrechtem schwarzem und die 3 Mark mit senkrechtem, rotem Aufdruck China verwendet.
Ab 1. Oktober 1905 erfolgte die Reichspostausgabe von 1902, ohne Wasserzeichen, mit schwarzem und die 3 Mark mit rotem Aufdruck China in gotischer Schrift und dem Überdruck in chinesischer Dollar/Cent-Währung.
Die deutschen Postämter wurden nach der Kriegserklärung Chinas an das Deutsche Reich, ab dem 17. März 1917 geschlossen.


Dienstmarke Deutsches Reich

5 Pfennig Rosettenmuster, ungebraucht, mit Abart kopfstehender Aufdruck Dienstmarke. Schwanke-Auktionen, Ausruf 50 Euro, unverkauft.
1. Dezember 1923, Freimarken-Ausgabe, neue Wertziffer ohne Währungsbezeichnung. Herausgegeben nach dem Ende der Inflation in Rentenmark- später Reichsmark-Währung. Verwendung der Freimarken-Ausgabe mit Aufdruck als Dienstmarke für Landes- und Reichsbehörden gemäss den Weisungen vom 1. April 1920. Während der Inflation nutzten die Reichsbehörden vom 1. Oktober bis 30. November 1923 keine Dienstmarken mehr (Ablösungsverfahren). Erst 1927 erschienen im Deutschen Reich wieder offizielle Dienstmarken.


Belgische Post in Deutschland - Eupen und Malmédy

Aufdruck Eupen / & / Malmedy und dem Überdruck 1 Mark 25 Pfennige auf 1 Franc belge in rot

Eupen und Malmédy, 5 Pfennig auf 5 Centimes bis 1.25 Mark auf 1 Franc, komplett, tadellos, **, Kurzbefund Dr. Hoffner, BPP. Aufruf 75 EUR, Dr. Reinhard Fischer 147. Auktion bis 16. Januar 2016.
Mit dem Friedensvertrag von Versailles musste das Deutsche Reich zahlreiche Gebiete abtreten. Ein Teil der Gebiete musste sofort, ohne Volksabstimmung abgetreten werden, in anderen wurden Volksabstimmungen durchgeführt. Für die Abtretung von Eupen, Malmédy und Moresnet an Belgien war ursprünglich keine Abstimmung geplant. Eine spätere, umstrittene Abstimmung bestätigte die Zugehörigkeit zu Belgien.
Am 15.1.1920 wurden sieben belgischen Freimarken von 1915 mit einem dreizeiligen Aufdruck Eupen / & / Malmedy und dem Überdruck in deutscher Währung versehen, die ersten fünf Marken mit einem schwarzen, die weiteren zwei mit einem roten. Diese Marken waren nur während 6 Wochen bis Anfang März 1920 gültig.
Im März wurden 17 Marken und zusätzlich fünf Portomarken, mit dem Aufdruck Eupen respektive Malmédy in Kurs gesetzt. Ab diesem Zeitpunkt galt die belgische Währung. Ab August 1921 galten in diesen Gebieten auch die belgischen Marken.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Eupen-Malmédy-Gebiet nach der Eroberung Belgiens durch die deutsche Wehrmacht am 18. Mai 1940 wieder in das Deutsche Reich zurückgegliedert. Nach der Niederlage und Besetzung Deutschlands 1945 übergaben die Besatzungsmächte Eupen-Malmedy wieder an Belgien. Am 24. September 1956 wurde ein deutsch-belgischer Grenzvertrag über eine Berichtigung und die Unverletzlichkeit der bestehenden Grenze unterschrieben. Die Korrektur der Grenze erfolgte am 28. August 1958. Damit wurde gleichzeitig die Zugehörigkeit des Gebietes zu Belgien anerkannt.


Fiume

Ungarn, 1918, 10 Filler karmin, farbige Ziffer, Maschinenüberdruck FIUME (Sassone 8a). Position 88 mit kurzem U rechtes. Verkauft für $ 550.- bei Robert A. Siegel Auction - 1114. Auktion.
Nach dem 1. Weltkrieg und dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns wurde die Frage des Status von Fiume zu einem internationalen Problem. Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen zwischen dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen und dem Königreich Italien sprachen sich die Siegermächte für die Schaffung eines unabhängigen Pufferstaates aus.
1918 wurden ungarische Marken mit dem Aufdruck FIUME verwendet. Zunächst wurden die Postbestände überdruckt, später die vom Publikum umgetauschten Bogen. Letztere erhielten einen fetteren Handaufdruck. Die zum Umtausch eingelieferten Bogenteile und Einzelstücke erhielten ebenfalls Handstempel, bei denen fünf Typen unterschieden werden. Schliesslich kaufte der für das Postwesen zuständige Delegierte des Nationalrates in Ungarn Restbestände auf und liess diese überdrucken. Der dünne Aufdruck in Buchdruck des ersten Überdrucks und der in Ungarn aufgekauften Marken ist nur durch Spezialisten zu unterscheiden.
Es wird vor gefährlichen Aufdruck-Fälschungen gewarnt.
Im Januar 1919 brachte Fiume eigene Briefmarken mit der Inschrift Fiume heraus.


GEA - Britische Besetzung von Deutsch-Ostafrika

21. Oktober 1917, Georg V., 1c-50r, Aufdruck G.E.A. German East Africa, auf den Marken des East Africa and Uganda Protectorate, kompletter Satz. Katalog-Wert £875, realisierter Preis $475.
Deutsch-Ostafrika war von 1885 bis 1918 deutsche Kolonie, auch als deutsches Schutzgebiet bezeichnet. Das Gebiet umfasste die heutigen Länder Tansania, Burundi und Ruanda sowie einen kleinen Teil Mosambiks mit einer nahezu doppelten Fläche des damaligen Deutschen Reiches. Es war mit rund 7.75 Millionen Einwohnern die grösste und bevölkerungsreichste Kolonie des Deutschen Reiches. Ausfuhrprodukte waren vor allem Elfenbein, Rohkautschuk, Sesam, Kopra, Harze, Kokosnüsse, Holz und Kaffee.
Zur Erschliessung der Kolonie bauten die Deutschen wichtige Eisenbahnstrecken wie die Usambara- und die Tanganjikabahn. Es entstand ein Netz aus Post- und Telegraphenanstalten. Entlegenere Postämter abseits der Eisenbahnen wurden per Botenpost angebunden. Durch das in Bagamojo und Daressalam einlaufende Seekabel der Eastern and South African Telegraph Company wurde die Kolonie an das Welttelegraphennetz angeschlossen. Den Schiffsverkehr zwischen Europa und Deutsch-Ostafrika sowie die Küstenschifffahrt besorgte vor allem die 1890 gegründete Deutsche Ost-Afrika-Linie ab den Küstenstädten Daressalam und Tanga.
Wegen zunehmenden repressiven Massnahmen, wie Erhöhung der Steuern und besonders dem Zwang zur Arbeit brach 1905 der Maji-Maji-Aufstand aus. Als Gegenmassnahme zerstörten die Deutschen Dörfer, Ernten und Vorräte wurden verbrannt, Brunnen zugeschüttet und Angehörige der Rädelsführer in Sippenhaft genommen. Die Folge war eine verheerende Hungerkatastrophe, die ganze Landstriche entvölkerte und die die sozialen Strukturen der afrikanischen Gesellschaft nachhaltig veränderten. Die Verluste auf Seiten der Aufständischen werden heute auf 100.000 bis 300.000 Personen geschätzt.
Die Kolonie war während der gesamten Dauer des 1. Weltkrieges umkämpft. Bis 1915 gelang es der Schutztruppe, den grössten Teil des Gebietes gegen Angriffe aus Kenia zu halten und einen Landungsversuch britisch-indischer Truppen bei Tanga abzuwehren. Im Jahr 1916 hatten die Alliierten dann stärkere Kräfte zusammengezogen und marschierten aus Kenia, Belgisch-Kongo und Nyassaland in Deutsch-Ostafrika ein. Nach dem Einmarsch übernahm der Indian Army Postal Service auch die zivile Post. Es wurden indische Marken mit dem Aufdruck I.E.F. verwendet. Am 1. Juni 1917 wurde die Post in den eroberten Gebieten der zivilen Verwaltung unterstellt. Am 21. Oktober 1917 erschienen die ersten Marken des East Africa and Uganda Protectorate mit dem Überdruck G.E.A.
Nach schweren Kämpfen mit grossen Verlusten zog sich die Schutztruppe im November 1917 in das portugiesische Mosambik zurück. Am 25. November 1918 kapitulierte die Schutztruppe in Nordrhodesien.
Deutsch-Ostafrika wurde am 20. Januar 1920 der Verwaltung des Völkerbundes unterstellt. Das Gebiet Deutsch-Ostafrikas wurde gemäss vorher getroffenen Absprachen zwischen Belgien und Grossbritannien aufgeteilt. Belgien erhielt Mandate über Burundi und Ruanda und Grossbritannien das Mandat über Tanganjika zugesprochen. Das kleine Kionga-Dreieck fiel an Portugiesisch-Ostafrika.


Hopflug - Island, Sonderflug General Balbo

1933, Hopflug, komplette Serie mit Zusatzfrankatur, auf vollständigem, geflogenem Balbo-Brief über New York nach Wien, Attest Dr. Debo. Verkauft für CHF 4.200 bei Chiani-Auktion.
Unter dem Kommando des italienischen Generals und Luftfahrtministers Italo Balbo wurden von der italienischen Luftwaffe zwischen 1928 und 1933 vier Geschwaderflüge über weite Strecken mit bis zu 71 Flugzeugen ausgeführt. Der letzte Geschwaderflug vom 1 Juli bis 12. August 1933 hatte Chicago mit der Weltausstellung zum Ziel. Er führe von Orbetello über Amsterdam, Londonderry, Reykjavik, Cartwright und Montreal nach Chicago. Der Rückflug erfolgte zwei Wochen später über New York, Shediak, Azoren und Lissabon nach Rom.
Von den angeflogenen Ländern verausgabte Island drei Sondermarken mit dem Aufdruck Hopflug Itala 1933, sowie Neufundland eine Marke mit dem Aufdruck 1933, GEN. BALBO, FLIGHT $4.50, von der es auch noch vier Exemplare mit kopfstehendem Aufdruck gibt.


Idrovolante - Napoli-Palermo-Napoli - Italien

1917 Experiment Napoli-Palermo-Napoli 25 c./40 c. Offizielle Postkarte Pro Rotes Kreuz (P. Bevilacqua) vom 28. Juni von Neapel nach Palermo - Sehr selten, Transport im Vorwärtsflug statt im Rückflug Palermo-Napoli. Zertifikat Kleber.
Aste Bolaffi SpA, Turin, 12.-13. Dezember 2013, Startpreis: 1.000 €, nicht verkauft.
Mitten im ersten Weltkrieg spielte sich in Palermo am 28. Juni 1917 ein Ereignis ab, das auf die Entwicklung von modernen Transportmitteln im Postverkehr einen gravierenden Einfluss besass. Mit grossem Interesse wurde von den Bürgern die Landung der Experimental-Luftpost mit dem Wasserflugzeug Napoli - Palermo - Napoli erwartet.

Das Wasserflugzeug, unter der Führung des Piloten Ruggero Franzoni, unterstützt von einem grönländischen Mechaniker-Experten, verlies Neapel um 7.00 Uhr und erreichte Palermo um 9.25 Uhr, wo es vom begeisterten Publikum und der Stadtkapelle auf dem Wasser vor dem Foro Umberto I empfangen wurden. Die Gemeinschaftsterrasse und der Musikpavillon, die die Stadt dem Roten Kreuz, der Zivilverteidigung und dem Frauenkomitee zur Verfügung stellte, waren mit Fahnen und Girlanden geschmückt. Für die Teilnahme an der Veranstaltung war die Zahlung eine Eintrittsgebühr zu entrichten, deren Erlös an das Rote Kreuz ging. Die Preise: Für die Terrasse Lit. 0.60, für die Musikpavillon Lit. 1.50.

Zu diesem Anlass wurde eine Postkarte von Paolo Bevilacqua herausgegeben. Alle Post musste mit der Express-Sonder-Briefmarke mit Überdruck IDROVOLANTE / NAPOLI-PALERMO-NAPOLI /25 CENT. 25 frankiert werden. Die Auflage der Marke betrug 100.000 Exemplare und wurde nur in den Städten Palermo, Neapel und Rom verkauft. Für den Flug von Neapel nach Palermo musste die Post rechtzeitig nach Neapel oder Rom gesandt werden. Der Abgangsstempel für Rom war ROMA - FERROVIA 27.6.1917 20.
Die Sondermarken wurden mit POSTA AEREA - NAPOLI-SICILIA - 28.6.17 5 gestempelt.
Von zentraler Bedeutung für den Inspektor des Ministeriums für Post, Cavaliere Guastella, waren die sieben Luftpost-Säcke deren Briefe und Karten den Ankunftsstempel PALERMO - DISTRIBUTIONE - 28.6.17 10 erhielten und am gleichen Morgen zugestellt wurden.

Bis 16.00 Uhr war der Sonderbriefkasten in der Nähe des Musikpavillons im Foro Italico geöffnet.
Das Flugzeug, eine Idrovolante F.B.A. - Franco British Aviation, solle noch am selben Tag zurück nach Neapel fliegen. Wegen Treibstoffproblemen wurde es ein Tag später. Da der Pilot aufgrund eines unerwarteten Nebels in Capo d'Orlando zwischenlanden musste, erreiche der Rückflug Neapel erst am 30. Juni 1917. Die von Palermo nach Neapel geflogene Post erhielt den Abgangsstempel POSTA AEREA - PALERMO CONTINENTE - 28.6.17 und den Ankunftsstempel NAPOLI CENTRO - ARRIVI - 30.6.17 16.
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Niederländisch-Indien - Java

1908, Niederländisch-Indien, 2½g, sehr fein, seltenster fehlerhafter Aufdruck ‘Java’ kopfstehend, signiert Bloch, verkauft bei Robert A. Siegel Auction Galleries Inc., Auktion 1049 vom 26.06.2013 für € 1.500.
Am 25. Juni 1902 erschien in Niederländisch-Indien eine Serie mit einem neuen Porträt von Königin Wilhelmine. 1908 gab es von der Serie von 1902 Marken mit dem Aufdruck ‘Java’ für die Verwendung auf Java und Madara und, mit den Aufdruck ‘Buiten beezit’, für den Gebrauch in den niederländischen Besitzungen ausserhalb von Java und Madara.
Die Marken dieser 18 Werte umfassenden Ausgabe wurden durch die Post für statistische Zwecke als Zählmarken verwendet. Während einer bestimmten Zeit wurde das unterschiedliche Postaufkommen zahlenmässig erfasst. Nach Abschluss der Zählung wurden die überdruckten Marken aufgebraucht.


Vereinigte Staaten von Amerika - Kansas City

1923, 1¢ grün, Zähnung 11, Randstück beim Rotationsdruck, Vorausentwertung Kansas City / Mo., Ausruf $25.000, Zertifikat PSAG 2014, Katalogwert Scott $100.000, erwarteter Erlös $35.000/45.000. Verkauft für $ 67.500 bei Harmer-Schau-Auctions am 14. Februar 2015 anlässlich der APS AmeriStamp Expo.
Damals eine Neuentdeckung, bisher waren nur 13 aufgefunden worden.
Diese Rarität entstand bei einem Versuch des Büros für Gravur und Druck, Abfälle am Ende des Papiers während des Druckvorganges auf den Rotationsdruckmaschinen zu retten. Am Anfang oder am Ende der Rotationsdruck-Druckvorgänge gab es einige führende oder nachlaufende Papiere, die zu kurz waren, um entweder Rollenmarken oder Bogen herzustellen. 1919 entwickelte das Bureau einen Plan, diesen Abfall durch Perforieren und Schneiden der Blätter zu retten. Diese wurden durch eine flache Platte Perforiermaschine geführt, so dass die Briefmarken die vollen Perforationen auf allen Seiten erhielten.


Frankreich - Libération-Ausgaben

1944, Lokalausgabe, Departement Indre, Gemeinde Aigurande, Satz mit 11 Werten, Aufdruck Libre und Lothringerkreuz. Katalogwert €582; verkauft für €225 bei Behr Paris, France.
Nach der Befreiung der Gemeinde Aigurande von den deutschen Truppen am 18. August 1944 wurden die noch vorhandenen offiziellen Marken der Ausgabe 1941-42 mit dem Bild von Maréchal Petain auf dem Postamt von Aigurande überdruckt und ab dem 19. August am Postschalter in Aigurande und im örtlichen Tabak-Laden verkauft.
Solche Überdrucke entstanden an vielen Orten und wurden durch das Postministerium toleriert, aber mit einem Dekret vom 19. Oktober 1945 verboten.
Lesen sie » hier mehr über die Libération-Ausgaben.


Grossbritannien - M.E.F. - Middle East Forces

1945, Grossbritannien, Lokalausgabe für besetzte Gebiete auf den Inseln des Dodekanes, Agäis, Griechenland: Luftpost, Einschreiben und Express, Überdruck M.E.F, Harrison & Sons. Aufgabestempel RHODES DODECANESE 11.3.47, Transitstempel Athen 13.III.47, Thessaloniki 14.III.47, Ankunftsstempel Xanti 16.III.47. Brief vertikal gefaltet. Auktion 501 bei A. Karamitsos, Athen: Ausruf € 100, Zuschlag € 131.
Ursprünglich nutzten die britischen Besatzungsmächte normale, nicht überdruckte britische Briefmarken, aber im Jahr 1942 überdruckten sie diese mit M.E.F. Middle East Forces. Ein früherer Vorschlag war, sie mit MELF (Middle East Land Forces) zu überdrucken.
Die überdruckten Marken wurden erstmals in Nordostafrika, in Eritrea, im März 1942 und im italienischen Somaliland am 13. April 1942 verwendet. Dann wurden sie 1943 auch in den besetzten italienischen Kolonien Cyrenaica und Tripolitania (jetzt beide in Libyen) und schliesslich auf einzelnen Inseln des Dodekanes in der griechischen Ägäis im Jahr 1945 verwendet.
Wie im Aufdruck erwähnt, waren die Briefmarken für den Einsatz durch Militärpersonen und eigentlich nicht für die öffentliche Post bestimmt.

Es gibt viele Geheimnisse um die ersten Ausgaben. Es wird angenommen, dass die dunklen Farben, mit einem schönen, sauberen 14mm Aufdruck, wie sie in Eritrea und Somalia verwendet wurden, vom Army Printing Services in Kairo überdruckt wurden. Die anderen dunklen Farben, die nur in Eritrea verwendet wurden, bei denen ein schöner sauberer 13½mm Aufdruck abwechselnd mit einer sehr groben Schriftart verwendet wurde, sollen möglicherweise in Kairo oder in der Nähe von Nairobi gedruckt worden sein. Es mutet seltsam an, dass eine Briefmarkenausgabe, die offiziell von der etwas bürokratischen britischen Armee vorbereitet wurde und über neun Monaten benutzt wurde, keine Aufzeichnungen über ihren Druckort haben sollte.
Bei den oben erwähnten 13½ mm-Ausgaben sind die Aufdrucke entweder in sauberer Schrift oder in groben Buchstaben ausgeführt. Aber es sind nicht einfach abwechselnde Reihen: Der saubere Aufdruck ist in den Reihen 2, 3 und 7 auf jedem Bogen mit 6 x 10 Marken, der grobe Aufdruck auf den anderen Reihen.
Für die Ausgaben ab 1943 ist klar, dass diese bei Harrisons überdruckt wurden.
Im Jahr 1950 erlaubte das General Post Office in London die Verwendung aller überdruckten Briefmarken in Grossbritannien, sofern sie den Nennwert nicht verändert hatten. Mit M.E.F. überdruckte Briefmarken können daher auch mit britischen Stempeln gefunden werden. Deren Wert ist gering.

Alle Briefmarken überdruckt "M.E.F."

2. März 1942, Lokale Ausgaben für Eritrea und Somalia
König Georg VI., erste Ausgabe: 1d, rot; 2d, orange; 2½d, blau; 3d, violett; 5d, braun
Überdruck Army Printing Services, Kairo, schwarz, 14mm x knapp unter 3½ mm
Bei diesen Überdrucken gibt es einen konstanten Fehler ‘angeschnittenes M’ (Reihe 6, Marke 10), der bei allen Werten vorkommt.

Lokale Ausgabe für Eritrea mit eckigen Punkten
König Georg VI. erste Ausgabe: 1d, rot; 2d, orange; 2½d, blau; 3d, violett; 5d, braun
Überdruck unbekannter Drucker, schwarz, 13.5mm x knapp über 3 mm, saubere Schrift

Lokale Ausgabe für Eritrea mit runden Punkten
König Georg VI. erste Ausgabe: 1d, rot; 2d, orange; 2½d, blau; 3d, violett; 5d, braun
Überdruck unbekannter Drucker, schwarz, 13.5mm x knapp über 3 mm, unscharfe Schrift

1. Januar 1943, Lokale Ausgabe für Eritrea, Cyrenaica, Tripolitania, Dodecanes Inseln
Diese Ausgabe wurde nicht in Somalia verwendet, dort waren Marken mit dem Überdruck E.A.F. East Africa Forces in Gebrauch.
König Georg VI. Ergänzungswerte: 1d, hellrot; 2d, hellorange; 2½d, hellblau; 3d, hellviolett
König Georg VI. erste Ausgabe: 5d, braun; 6d, lila; 9d, grün; 1s, braun
König Georg VI. höhere Werte: 2/6d, dunkelbraun; 5/0d, dunkelrot; 10/0d, dunkelblau
König Georg VI. Portomarken: ½d, grün; 1d, rot, 2d schwarz; 3d, violett; 1/0d, blau
Überdruck Harrison & Sons, schwarz, bei den Portomarken blau-schwarz, 13½mm, hoch-rechteckige Punkte

Die Unterscheidung der Aufdrucke ist mit Ausnahme der 5d-Marke einfach. Der Harrison & Sons-Überdruck auf der 5d-Marke lässt sich vom Kairo-Druck durch die Länge 13½mm/14mm unterscheiden. Von der Lokalausgabe für Eritrea unterscheidet er sich durch fettere Schrift und grössere Punkte. Hier braucht es Vergleichsmaterial!

Weiterführender » Link der GB Overprints Society mit allen Marken von Grossbritannien mit Überdruck.


NEZAVISNA DRŽAVA HRVATSKA

Hitler forderte vom Königreich Jugoslawien den Beitritt des Landes zum Pakt der Achsenmächte. Am 25. März 1941 gab die jugoslawische Regierung nach und unterschrieb in Wien den Anschlussvertrag. Nach der Invasion deutscher, italienischer und ungarischer Truppen, der am 6. April 1941 begann, wurde das Königreich Jugoslawien zerschlagen und am 17. April unterzeichneten die Jugoslawen die bedingungslose Kapitulation.
Für das Gebiet der Banschaft Kroatien wurde am 10. April 1941 der Unabhängige Staat Kroatien als Vasallenstaat der Achsenmächte ausgerufen. Der Unabhängige Staat Kroatien umfasste die heutigen Länder Kroatien und Bosnien-Herzegowina sowie kleinere Teile Serbiens.

Die ersten vorläufigen Ausgaben für den Unabhängigen Staat Kroatien wurden 6 Tage nach dem Einmarsch der Achsenmächte in das Königreich Jugoslawien 1941 und 5 Tage vor der Unterzeichnung eines Waffenstillstandes herausgegeben.
12. April 1941, 8 Werte, 0.50 bis 5.50 Dinar. Jugoslawische Briefmarken von 1939/40 mit dem Bild von König Peter II (Petar, 1923-1970). Aufdruck NEZAVISNA DRŽAVA HRVATSKA, Unabhängiger Staat Kroatien, alte Landesbezeichnung durchgestrichen.
Vorsicht vor Aufdruckfälschungen!

Zweite vorläufige Ausgabe vom 21. April 1941. 15 Werte, 0.25 bis 30 Dinar des Unabhängigen Staates Kroatien. König Peter II, überdruckt mit der Inschrift NEZAVISNA DRŽAVA HRVATSKA und Wappen in schwarzer Farbe. Im Bild 0.50d, rechte Marke mit typischem Aufdruckfehler - weisses erstes Feld des Wappens.
Die Briefmarken wurden in Bögen von 100 (10x10) gedruckt und in Buchdruck von Zemaljska tiskara in Zagreb überdruckt. Der Überdruck wurde von Radoslav Horvat entworfen und von Božidar Kocmut hergestellt.
Vorsicht vor Aufdruckfälschungen!

Dritte vorläufige Ausgabe vom 10. Mai 1941 zu Gunsten der kroatischen Heimatgarde. König Peter II., überdruckt mit der Inschrift NEZAVISNA DRŽAVA HRVATSKA, Wappen und Datum 10. IV. 1941, dem Tag der Ausrufung des Unabhängigen Staates Kroatien.
15 Marken, überdruckt in roter (0.25d, 1d, 4d, 5d, 5.50d, 6d, 8d, 12d und 20d) oder blauer (0.50d, 1.50d, 2d, 3d, 16d, 30d) Farbe. Verkauft für den doppelen Preis gegenüber dem Markenwert z.B.: 2d + 2d.
Vorsicht vor Aufdruckfälschungen!

Die vierte vorläufige Ausgabe erschien am 16. Mai 1941. Sie zeigte König Peter II., überdruckt mit der Inschrift NEZAVISNA DRŽAVA HRVATSKA und neuem Wert im Ovalkreis in schwarzer Farbe. Aufdruck und Überdruck in einem Druckvorgang
2 Marken, 1d auf 3d und 2d auf 4d.
Gedruckt in Blättern von 100.
Vorsicht vor Aufdruckfälschungen!

Die fünfte vorläufige Ausgabe erschien am 17. Mai 1941. Die jugoslawische Portomarken von 1932, überdruckt mit der Inschrift NEZAVISNA DRŽAVA HRVATSKA und der Bezeichnung FRANCO im Ovalkreis in schwarzer Farbe wurden als Freimarken verwendet.
4 Werte, 0.50d bis 10d.
Vorsicht vor Aufdruckfälschungen!

Diese Briefmarken waren bis zum 15. Februar 1943 gültig, obwohl der gesamte Bestand bis Mitte 1942 verkauft wurde.