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Spezial-Katalog und Handbuch über die Briefmarken der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Briefmarkenhaus Zumstein, Bern 1923

Ein Standard-Werk, das früher in kaum einer Bibliothek eines ernsthaften Briefmarkensammlers von Schweizer Briefmarken fehlen durfte, ist das 1923 erschienene Handbuch „Spezial-Katalog und Handbuch über die Briefmarken der Schweizerischen Eidgenossenschaft; III. vollständig neu bearbeitete Auflage“ des Briefmarkenhauses Zumstein, Bern (Oktober 1923). Es beschreibt auf nicht weniger als 548 Seiten alles Wissenswerte zu den Briefmarken, den Ganzsachen und den Stempeln der Schweiz und geht damit weit über den Normalkatalog hinaus, der gleichzeitig nur die Katalognotierungen aller Marken der Schweiz auflistete. Im Europa-Katalog des Briefmarkenhauses Zumstein umfasste der Abschnitt „Schweiz“ gerade einmal 29 Seiten (7. Auflage, September 1923). Im neuen Handbuch waren es vor allem die 14 Kunstdruck-Farbtafeln auf 28 verstärkten Kartonseiten, welche die Sammler zu Recht begeisterten, die aber auch den Preis des Buches erhöhten (es kostete 1923 CHF 15) und so manchen Sammler von einem Kauf des Werkes abhielten. Später war das Buch auch antiquarisch lange Zeit sehr gesucht und erreichte Ende des 20. Jahrhunderts noch regelmässig Preise von CHF 300 und mehr, heute findet manes gelegentlich günstiger. Käufer sollten darauf achten, dass alle 14 Fototafeln vorhanden sind, denn besonders bei der allerersten konnten sich einige „Liebhaber“ nicht mehr beherrschen: sie griffen zur Schere und füllten ihre Fehllücken im Briefmarkenalbum mit den phantastischen Nachbildungen der Basler Taube, der Doppelgenf, der „Waadt 4“, etc.!

Gleich einleitend zum dritten Handbuch gedenkt der Autor Arthur Hertsch des Firmengründers und Verfassers der ersten und zweiten Auflage des Handbuches

Das erste und zweite Handbuch von Zumstein erschienen aus der Feder von Ernst Zumstein (gestorben 1918), das dritte wurde von Herrn Arthur Hertsch kräftig ergänzt und überarbeitet. Das erste Handbuch von 1908 umfasste „erst“ 280 Seiten. Auch vor (bei Sammlern im Allgemeinen sehr unbeliebten) Umnummerierungen schreckte A. Hertsch nicht zurück. So wurde z.B. aus der heutigen Nummer 28 (Sitzende Helvetia, Weisses Papier, 2 C. grau) 1923 die Nummer 57, nachdem sie zuvor im 2. Handbuch noch als Nr. 63 geführt worden war. Dass gleichzeitig im Europa-Katalog dieselbe Marke als Zumstein Nr. 51 geführt wurde, machte die Sache nicht einfacher. Natürlich umfassen mit rund 280 von rund 500 Textseiten die Briefmarken den Hauptteil des Werkes. Gerade die übrigen Teile (30 Seiten Probedrucke/Essais/Neudrucke; 72 Seiten Ganzsachen, 46 Seiten Privat-, Telegraphen-, Eisenbahn- und Soldatenmarken und 72 Seiten Entwertungen) gaben aber vielen Sammlern wertvolle Hinweise.
Natürlich konnten sowohl Zumstein als auch Hertsch auf die Forschungen anderer Autoren zurückgreifen; dennoch galt das dritte Handbuch jahrzehntelang als eines der wegweisenden Fachbücher für die Schweizer Philatelie.
Das Zumstein Handbuch 1923 war dann auch einer der ersten Preisträger des renommierten Sieger-Preises für philatelistische Literatur, welchen der bekannte deutsche Briefmarkenhändler Hermann E. Sieger seit 1922 jährlich vergab.
H. Glättli, Februar 2013